Musiktipp: Rage Against The Machine – Rage Against The Machine (1992)

Fuck you, I won’t do what you tell me / Fuck you, I won’t do what you tell me

Nr. 2 in der Unverwüstlichbarkeits-Trilogie. Unverwüstlichbarkeit ist zwar kein Wort, aber diesem Album mehr als egal. Und falls dieses Wort irgendwann seinen eigenen Wikipedia-Eintrag bekommen sollte, wird dort ein Link zu diesem Album stehen.

Rap und Metal, das geht doch gar nicht

Als im November 1992 das selbstbetitelte Debüt von RATM erscheint, sind sie vielleicht nicht die ersten, die die eigentlich nicht zusammenpassenden Genres Rap und Rock verbinden. Ob so etwas Unerhörtes durfte oder nicht, beantwortete die Band indes lautstark und nachhaltig mit ihrer ersten Single „Killing In The Name Of“ mit obigem Zitat.

No samples, keyboards or synthesizers used in the making of this record

Auch wenn sie nicht die ersten waren – beispielsweise kollaborierten Aerosmith bereits 1986 zusammen mit Run DMC an „Walk this Way“. Sie trafen dennoch den Nerv der Zeit und eine sie mit offenen Armen und Ohren willkommen heißende Jugend. Aus 2 Gründen: Sänger Zak de la Rochas links geprägten Texte über Revolution, Kampf gegen Unterdrückung, soziale Ungerechtigkeit, Polizeigewalt und Rassismus. Sowie Tom Morellos unnachahmlicher Gitarrenarbeit, die jedes der zehn Lieder einzigartig machte. 3 Sekunden Anspielzeit reichen, Du wirst den Song als Rage-Song erkennen. Und Dich 5 Sekunden später auf der Tanzfläche herumspringend wiederfinden.

„Sorry, aber ich höre keine Single“

Die Verantwortlichen bei den Musik-Labels konnten es damals aber auch nicht besser wissen. So anders, so wütend und laut, so rebellisch war das – damit lassen sich doch keine Platten verkaufen. Aber es wurde millionenfach verkauft, 10-fach mit Platin ausgezeichnet. Ein Trend gesetzt. Und was macht man, wenn man den Trend verpasst hat? Auf der Trendwelle mitsurfen, indem man günstige Klangkopien sucht und selber auf den Markt bringt. Das klappte dann international wie bei Clawfinger, DogEatDog oder Bodycount und auch national unter anderem mit H-Blockx, Guano Apes, Such a Surge.

Überlebt hat fast ein Vierteljahrhundert später nahezu keine Band des sogenannten Crossover-Genres. Die reaktivierten Bodycount, die nach langer Pause 2014 und auch zuletzt im März neues Material präsentierten. Oder die deutschen Guano Apes, die komischerweise immer noch Airtime im Radio bekommen. Auch im ähnlichen NuMetal-Genre sieht es nicht viel rosiger aus. So gibt es noch Neues von Korn oder auch Linkin Park, relevant sind diese Veröffentlichungen aber nicht wirklich (wenn auch immer noch recht erfolgreich).

Was bleibt?

Auch Rage Against The Machine konnte mit ihren Folgewerken nicht an ihr Monster-Debüt anknüpfen. Weder künstlerisch noch kommerziell waren die Nachfolger so erfolgreich wie ihr Erstlingswerk. Nach 3 1/2 Alben („Renegades“ – mit Covern von Liedern, die RATM beeinflussten – zählt nur halb) trennte man sich im Jahr 2000. Seit 2008 tritt die Band zwar wieder zusammen bei ausgewählten Festivals und Veranstaltungen auf, neue Lieder oder gar ein neues Album gab es bislang aber nicht.

An der Wirkung des Debüts ändert dies freilich nichts. Staub will und kann sich an der Platte nicht festsetzen – auch Staub unterliegt der 5-Sekunden-später-auf-der-Tanzfläche-Regel.

Quelle(n):
Wikipedia

Kommentar verfassen